Berta Zuckerkandl
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Berta Zuckerkandl

Berta Zuckerkandl

Berta Zuckerkandl wuchs als Tochter des Zeitungsverlegers Moritz Szeps in Wien auf und wurde durch Hauslehrer unterrichtet. Schon in jungen Jahren nahm sie als Begleiterin ihres Vaters an seinen Gesprächen und Kontakten mit Prominenten teil. Daher hatte sie schon früh einen sehr großen Bekannten- und auch Freundeskreis.

1886 heiratete sie den Universitätsprofessor Emil Zuckerkandl und zog nach Graz. 1888 zogen die beiden nach Wien, wo Emil Zuckerkandl die Professor erhielt.

Berta Zuckerkandl führte in Wien vom Ende des 19. Jahrhunderts bis 1938 einen literarischen Salon, zunächst in einer Villa in Döbling, von 1917 an im Stadtzentrum beim Burgtheater. befindet. In diesem Salon verkehrte die künstlerische und wissenschaftliche Elite des Landes. Besonders verbunden war sie mit der Secession und der Wiener Werkstätte, beide mit ihrem Zuspruch und ihrer Unterstützung entstanden.

Zuckerkandls Schwester Sophie war mit Paul Clemenceau, dem Bruder des späteren französischen Ministerpräsidenten Georges Clemenceau, verheiratet.

Als Journalistin für die Bereiche Theater und Kunst arbeitete Zuckerkandl für die Wiener Allgemeine Zeitung und das Neue Wiener Journal. Sie war Vorkämpferin für die Secession, die Wiener Werkstätte und Mitbegründerin der Salzburger Festspiele. In ihrem Salon fand die erste öffentliche Lesung von HofmannsthalsJedermann statt. Sie übersetzte auch mehrere Theaterstücke aus dem Französischen.1938 floh die Tochter jüdischer Eltern nach Paris. Dort hatte sie engen Kontakt zu anderen vertriebenen Österreichern. Als Trägerin des Ordens der Ehrenlegion war sie von der Internierung ausgenommen und konnte im Frühjahr 1940 zu ihrem schon früher ausgewanderten Sohn Fritz nach Algier emigrieren. Nach der Eroberung Algiers durch die Alliierten arbeitete sie bei einem Rundfunksender der Alliierten an Radiosendungen mit, in denen sie die Österreicher zum Widerstand gegen die Nationalsozialisten aufrief. 1945 kehrte sie bereits schwer krank nach Paris zurück und starb dort noch im gleichen Jahr. Berta Zuckerkandls Grab befindet sich auf dem Friedhof Père Lachaise in Paris. Im Jahr 2009 wurde in Wien der Berta-Zuckerkandl-Weg nach ihr benannt, eine Promenade am Donaukanal.

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